Liquid Democracy

Ich hab zwar noch nicht alles komplett durchgelesen und und ge-video-schaut, aber was ich auf http://liqd.de/ und http://wiki.piratenpartei.de/Liquid_Democracy (letztlich via Heise: Berliner Piraten verfluessigen innerparteiliche Demokratie, danke Max!) gesehen habe sieht mir sehr vielversprechend aus:

Endlich mal ein Versuch, Demokratie schön umzusetzen. Vereint werden die Vorteile der direkten Demokratie (mehr Einfluss als alle paar Jahre mit einer Partei ein unteilbares Packet zu wählen) mit denen der repräsentativen Demokratie (Delegieren von Einfluss und Entscheidungen, weil nicht jeder Wähler Zeit und Lust hat, sich in voller Tiefe in alle Themen einzuarbeiten). Dazu kommt, dass man seine Stimme für verschiedene Themenbereiche verschiedenen Menschen/Gruppen geben kann und vieles mehr Rafinessen, die ein feingranulares Mitbestimmen und -diskutieren eben so möglich machen wie  ein einfaches Delegieren.

Dazu kommt das Projekt – wenn ich es in diesem Vortrag recht verstanden habe – einem langersehnten Wunsch von mir ein Stücken näher: eine Möglichkeit, strukturiert online zu diskutieren, so dass am ende statt eines endlosen Threads eine Übersicht herauskommt, in der man sieht, über welche Teile des Diskurses Konsens herrscht, in welchen Teilen es welche Lager gibt und wie stark diese sind, und welche Bereiche noch wild diskutiert werden. Und das jeweils so, dass man auch die jeweiligen Argumente direkt sehen kann, eingebettet in ihrer logischen Struktur, ohne dass man sie mühsam aus einzelnen Nachrichten extrahieren müsste und dafür mit numerischen Angaben darüber wieviele Diskutanden das Argument unterstützen.
Naja – das ist jedenfalls mein Wunsch. Gewisse Teile davon gibt es schon (z.B. Solvr). Aber von einer richtigen Diskussionsplattform, die das alles benutzbar umsetzt weiß ich nichts. Für Hinweise bin ich natürlich dankbar.